Abschirmung: Wann sie wirklich notwendig ist
17. Februar 2026Abschirmung gehört zu den Themen, die in der Elektrotechnik oft unterschätzt werden, bis Probleme auftreten. Elektrische Signale sind empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen, insbesondere gegenüber elektromagnetischen Feldern. In vielen Anwendungen – von Industrieanlagen bis zur Kommunikationstechnik – entscheidet die richtige Abschirmung darüber, ob Systeme stabil funktionieren oder wiederkehrende Störungen auftreten. Sie ist damit kein optionales Extra, sondern Teil einer durchdachten technischen Planung.
Elektromagnetische Störungen entstehen überall dort, wo Ströme fließen und Spannungen geschaltet werden. Motoren, Schaltgeräte, Netzteile oder Funktechnik erzeugen Felder, die Signalleitungen beeinflussen können. Besonders kritisch wird es bei schwachen Signalen oder bei Datenübertragung mit hohen Frequenzen. Ohne Abschirmung können solche Einflüsse Messwerte verfälschen, Kommunikation unterbrechen oder Steuerungen instabil machen.
Abschirmung bedeutet jedoch mehr als nur ein geschirmtes Kabel einzusetzen. Entscheidend ist das Gesamtkonzept: Leitungsführung, Erdung, Potenzialausgleich und richtige Anschlusstechnik spielen zusammen. Eine falsch angeschlossene Schirmung kann sogar neue Probleme erzeugen, etwa durch Ausgleichsströme oder unerwünschte Kopplungen. Deshalb erfordert EMV-gerechte Planung ein Verständnis für physikalische Zusammenhänge und praktische Erfahrung.
In modernen Anlagen gewinnt das Thema weiter an Bedeutung. Elektronik wird leistungsfähiger, Signale werden schneller und Geräte dichter verbaut. Damit steigt auch die Anfälligkeit gegenüber Störungen. Abschirmung ist deshalb kein Spezialthema mehr für einzelne Branchen, sondern eine grundlegende Voraussetzung für zuverlässige elektrotechnische Systeme. Wer sie richtig einsetzt, verhindert Fehler, bevor sie überhaupt entstehen.