Bunte Ringe mit System: Was die Farben auf Widerständen bedeuten
15. August 2026Wer schon einmal einen klassischen Widerstand in der Hand hatte, kennt die bunten Ringe auf dem kleinen Bauteil. Braun, Rot, Gelb, Grün oder Gold – auf den ersten Blick wirkt die Farbkombination eher zufällig. Tatsächlich steckt dahinter ein festgelegtes System, mit dem sich der elektrische Widerstand und seine Toleranz ablesen lassen.
Die Farbcodierung wurde eingeführt, weil Widerstände zu klein sind, um ihren Wert einfach lesbar aufzudrucken. Statt einer Beschriftung werden deshalb Farbringe verwendet. Jeder Farbe ist dabei eine bestimmte Ziffer zugeordnet.
Bei einem Widerstand mit vier Farbringen stehen die ersten beiden Ringe für die ersten beiden Stellen des Widerstandswerts. Der dritte Ring gibt den Multiplikator an, also mit welcher Zehnerpotenz die beiden Ziffern multipliziert werden. Der vierte Ring beschreibt die Toleranz.
Die Farben beginnen mit Schwarz für die 0, gefolgt von Braun für 1, Rot für 2, Orange für 3 und Gelb für 4. Danach folgen Grün mit 5, Blau mit 6, Violett mit 7, Grau mit 8 und Weiß mit 9.
Ein Beispiel macht das Prinzip deutlich: Ein Widerstand mit den Farben Rot – Violett – Braun – Gold hat zunächst die Ziffern 2 und 7. Braun steht für den Multiplikator 10. Daraus ergibt sich ein Widerstandswert von 270 Ohm. Der goldene Ring bedeutet eine Toleranz von ±5 Prozent. Der tatsächliche Widerstandswert darf also zwischen 256,5 und 283,5 Ohm liegen.
Bei Widerständen mit fünf Farbringen funktioniert das Prinzip ähnlich, allerdings stehen hier die ersten drei Ringe für die Ziffern. Dadurch lassen sich genauere Widerstandswerte darstellen. Der zusätzliche Ring kann außerdem eine engere Toleranz ermöglichen.
Die Farbcodierung ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich technische Informationen auf kleinstem Raum darstellen lassen. Wer das System einmal verstanden hat, kann den Wert eines Widerstands innerhalb weniger Sekunden bestimmen – ganz ohne Messgerät.
Und falls die Farbringe einmal schlecht zu erkennen sind oder Zweifel bestehen, hilft das Multimeter. Denn gerade bei älteren Bauteilen, schlechter Beleuchtung oder kleinen Bauformen ist eine Messung oft der sicherste Weg, um den tatsächlichen Widerstandswert zu bestimmen.