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Cybersecurity im Elektrohandwerk: Schutz vor Hackerangriffen auf smarte Gebäudetechnik

31. März 2025

Mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung von Gebäuden wächst auch die Gefahr von Cyberangriffen. Smarte Beleuchtungssysteme, intelligente Türschlösser, vernetzte Heizungen und Überwachungskameras bieten viele Vorteile in Sachen Komfort und Energieeffizienz, doch sie sind auch potenzielle Einfallstore für Hacker. Oftmals fehlt es an ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen, um diese Systeme zuverlässig vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Das Elektrohandwerk spielt hier eine entscheidende Rolle: Nicht nur die Installation, sondern auch die IT-Sicherheit muss bei modernen Gebäudetechnologien von Anfang an mitgedacht werden.

Die größte Schwachstelle vieler Smart-Home- und Smart-Building-Systeme ist die unzureichende Absicherung der Netzwerke, über die sie kommunizieren. Oft bleiben Standardpasswörter nach der Installation unverändert oder es werden unsichere Netzwerke genutzt, die leicht von außen kompromittiert werden können. Ein weiteres Problem ist die mangelnde Aktualisierung der Software. Viele Hersteller bringen regelmäßig Sicherheitsupdates heraus, um Schwachstellen zu schließen, doch diese werden von Nutzern häufig nicht eingespielt. Angreifer können diese Lücken nutzen, um sich Zugriff auf vernetzte Geräte zu verschaffen und diese entweder für eigene Zwecke zu missbrauchen oder sensible Daten auszulesen.

Auch bei der Installation von IoT-Geräten, also internetfähigen Sensoren und Steuerungselementen, gibt es Sicherheitsrisiken. Wenn diese ohne verschlüsselte Kommunikation oder ausreichende Zugriffskontrollen in ein Netzwerk eingebunden werden, sind sie anfällig für Angriffe. So können beispielsweise ungeschützte Überwachungskameras von außen gesteuert werden, oder smarte Heizungsanlagen lassen sich manipulieren, um Energieverbrauchsdaten auszulesen.

Um solchen Risiken vorzubeugen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Elektrohandwerksbetriebe, die sich mit IT-Sicherheit auskennen, können ihren Kunden gezielte Beratung und Lösungen anbieten, um deren Systeme sicherer zu machen. Dazu gehört zum einen die richtige Netzwerkkonfiguration: IoT-Geräte sollten nicht einfach im gleichen WLAN wie andere persönliche oder geschäftliche Geräte betrieben werden, sondern in separaten Netzwerken mit spezifischen Zugriffsrechten. Die Nutzung sicherer Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierungen ist eine weitere wichtige Maßnahme, um unbefugte Zugriffe zu verhindern.

Auch verschlüsselte Datenübertragungen sollten standardmäßig eingerichtet werden. Smarte Geräte kommunizieren oft über das Internet mit Cloud-Diensten, um Steuerbefehle entgegenzunehmen oder Statusmeldungen zu senden. Ohne eine sichere Verschlüsselung könnten Angreifer die Daten abfangen und manipulieren. Elektroinstallateure können ihre Kunden darüber aufklären, welche Verschlüsselungsstandards sicher sind und worauf bei der Auswahl neuer Geräte zu achten ist.

Ein weiteres Problem sind unsichere oder nicht regelmäßig aktualisierte Firmware-Versionen. Viele Smart-Home-Produkte werden einmal installiert und dann über Jahre hinweg nicht mehr gewartet. Dabei wäre es essenziell, regelmäßig Updates einzuspielen, um Sicherheitslücken zu schließen. Elektrofachbetriebe können hier gezielt Wartungsverträge anbieten, bei denen sie sich um die Aktualisierung und Absicherung der Systeme kümmern.

Mit der wachsenden Zahl an vernetzten Geräten wird auch das sogenannte "Zero-Trust-Prinzip" immer relevanter. Es besagt, dass keinem Gerät oder Nutzer im Netzwerk automatisch vertraut werden sollte, sondern dass jede Verbindung und jeder Zugriff genau überprüft werden muss. Elektroinstallateure können Kunden dazu beraten, wie sie dieses Prinzip in ihren eigenen Netzwerken umsetzen können, um unbefugten Zugriff zu verhindern.

Cybersecurity ist im Elektrohandwerk längst kein Randthema mehr. Durch die zunehmende Digitalisierung der Gebäudetechnik wird IT-Sicherheit zu einem festen Bestandteil der Arbeit von Elektroinstallateuren. Betriebe, die sich hier frühzeitig spezialisieren und entsprechende Weiterbildungen absolvieren, können sich als Experten positionieren und ihren Kunden einen echten Mehrwert bieten.