Warum kann ein Verlängerungskabel eine schlechte Idee sein, obwohl es technisch funktioniert?
30. September 2026Ein Verlängerungskabel macht aus einer Steckdose schnell zwei, drei oder mehr Meter zusätzliche Reichweite. Solange das angeschlossene Gerät funktioniert, scheint alles in Ordnung zu sein. Elektrisch kann die zusätzliche Leitungslänge aber durchaus eine Rolle spielen.
Jeder Leiter besitzt einen elektrischen Widerstand. Bei einem längeren Kabel steigt dieser Widerstand entsprechend an. Fließt Strom, entsteht dadurch ein Spannungsabfall. Bei einem kurzen Verlängerungskabel ist dieser Effekt meist gering. Bei langen Leitungen und hohen Leistungen kann er jedoch relevant werden.
Noch wichtiger ist die Wärmeentwicklung. Durch den Widerstand des Leiters entsteht Verlustleistung. Je höher der Strom, desto stärker fällt sie aus. Ein leistungsstarkes Gerät wie eine Heizplatte oder ein Heizlüfter belastet eine Verlängerungsleitung deshalb deutlich stärker als beispielsweise eine LED-Leuchte.
Auch die Art der Verlegung spielt eine Rolle. Wird ein Kabel beispielsweise unter Teppichen verlegt oder liegt es dicht an wärmedämmenden Materialien, kann die entstehende Wärme schlechter abgeführt werden. Bei einer Kabeltrommel kommt ein ähnlicher Effekt hinzu: Ist sie aufgewickelt, kann die Wärme weniger gut abgegeben werden.
Ein weiteres Problem kann die Kombination mehrerer Verlängerungen sein. Jede zusätzliche Steckverbindung bringt einen weiteren Kontaktpunkt ins System. Sind Kontakte beschädigt, locker oder verschmutzt, kann der Übergangswiderstand steigen. Dann entsteht die Wärme nicht unbedingt im Kabel selbst, sondern direkt an der Steckverbindung.
Das bedeutet nicht, dass Verlängerungskabel grundsätzlich problematisch sind. Entscheidend sind Leitungslänge, Querschnitt, Verlegeart, angeschlossene Leistung und Zustand des Kabels. Ein geeignetes Verlängerungskabel ist ein ganz normales Betriebsmittel. Es wird erst dann kritisch, wenn seine elektrische und thermische Belastbarkeit nicht zur Anwendung passt.