rubyclement

Was bei einem Blitzeinschlag elektrisch passiert

28. Februar 2026

Ein Blitzeinschlag ist kein bloßer Lichtblitz am Himmel, sondern ein extrem schneller und energiereicher elektrischer Vorgang. Zwischen Wolke und Erde baut sich eine gewaltige Spannungsdifferenz auf, die mehrere Millionen Volt betragen kann. Wenn die elektrische Feldstärke groß genug wird, ionisiert die Luft und wird leitfähig. Es entsteht ein Kanal, durch den sich die Ladung in Form eines Blitzes entlädt. Ströme von mehreren zehntausend Ampere sind dabei keine Seltenheit.

Trifft ein Blitz ein Gebäude oder eine Leitung, verteilt sich der Strom entlang aller verfügbaren leitfähigen Wege. Genau hier setzt der Blitzschutz an. Äußere Blitzschutzsysteme leiten den Strom kontrolliert zur Erde ab, um Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden. Gleichzeitig entstehen jedoch starke elektromagnetische Felder, die in benachbarten Leitungen Spannungen induzieren können. Selbst wenn ein Gebäude nicht direkt getroffen wird, können Überspannungen in elektrischen Anlagen auftreten.

Besonders kritisch sind die extrem schnellen Stromanstiege. Sie führen zu hohen Spannungsabfällen entlang von Leitern und Erdungssystemen. Unterschiedliche Potenziale innerhalb eines Gebäudes können elektronische Geräte beschädigen. Deshalb reicht ein äußerer Blitzschutz allein nicht aus. Überspannungsschutzgeräte und ein durchgängiger Potenzialausgleich sind notwendig, um empfindliche Technik zu schützen.

Ein Blitzeinschlag ist damit nicht nur ein Naturereignis, sondern ein komplexer elektrotechnischer Vorgang. Er zeigt eindrucksvoll, welche Kräfte elektrische Energie entfalten kann – und warum Schutzkonzepte in der Elektrotechnik mehrstufig gedacht werden müssen. Blitzschutz ist kein Zubehör, sondern ein elementarer Bestandteil sicherer Anlagen.