Troy Winther

Was macht eine Spule eigentlich?

20. August 2026

Eine Spule gehört zu den grundlegenden Bauteilen der Elektrotechnik. Man findet sie in Transformatoren, Motoren, Relais, Netzteilen und vielen elektronischen Schaltungen. Auf den ersten Blick ist das Prinzip denkbar einfach: Ein Draht wird zu vielen Windungen aufgewickelt. Doch warum macht man das überhaupt?

Die entscheidende Eigenschaft einer Spule ist ihre Verbindung von elektrischem Strom und Magnetismus. Fließt Strom durch einen Leiter, entsteht um ihn herum ein Magnetfeld. Wird der Leiter zu einer Spule aufgewickelt, addieren sich die Magnetfelder der einzelnen Windungen. Dadurch entsteht ein deutlich stärkeres und gerichtetes Magnetfeld.

Wie stark dieses Magnetfeld ist, hängt unter anderem von der Anzahl der Windungen und der Stromstärke ab. Häufig befindet sich zusätzlich ein Eisenkern in der Spule. Dieser verstärkt das Magnetfeld und ermöglicht es, mit vergleichsweise wenig Aufwand eine hohe magnetische Wirkung zu erzielen.

Eine weitere wichtige Eigenschaft zeigt sich, wenn sich der Strom durch die Spule verändert. Eine Spule „wehrt“ sich gegen schnelle Änderungen des Stroms. Wird der Strom eingeschaltet, baut sich das Magnetfeld erst auf. Wird er abgeschaltet, versucht das zusammenbrechende Magnetfeld den Stromfluss aufrechtzuerhalten. Dabei kann kurzzeitig eine deutlich höhere Spannung entstehen.

Genau dieser Effekt ist in vielen technischen Anwendungen entscheidend. Bei einem Relais oder Schaltschütz sorgt die Spule dafür, dass sich ein Magnetfeld aufbaut und dadurch ein mechanischer Schaltvorgang ausgelöst wird. In Transformatoren erzeugen Spulen magnetische Felder, über die Energie von einer Wicklung auf eine andere übertragen wird. In Elektromotoren wiederum sind Spulen ein wesentlicher Bestandteil der elektromagnetischen Kraft, die den Motor in Bewegung versetzt.

Die Fähigkeit einer Spule, Energie in einem Magnetfeld zu speichern, wird als Induktivität bezeichnet und in Henry angegeben. Je nach Bauform und Anwendung können Spulen dabei sehr unterschiedliche Eigenschaften besitzen.

Damit ist eine Spule weit mehr als nur aufgewickelter Draht. Sie verbindet elektrische Energie mit Magnetismus und bildet damit die Grundlage für zahlreiche Anwendungen der Elektrotechnik – vom kleinen Relais bis zum großen Transformator.