Wenn Wärmepumpe und Wallbox gleichzeitig Strom brauchen
03. November 2026Eine Wärmepumpe läuft, das Elektroauto hängt an der Wallbox und im Haushalt sind Backofen, Waschmaschine und weitere Verbraucher aktiv. In modernen Wohngebäuden kommen schnell mehrere leistungsstarke Stromverbraucher zusammen. Das kann den vorhandenen Netzanschluss an seine Grenzen bringen.
Eine typische Wallbox lädt ein Elektroauto mit bis zu 11 kW, leistungsstärkere Modelle auch mit 22 kW. Dazu kommt die Wärmepumpe, deren elektrische Leistungsaufnahme je nach Gerät, Außentemperatur und Betriebszustand schwankt. Werden beide Verbraucher gleichzeitig mit hoher Leistung betrieben, kann die Gesamtbelastung des Hausanschlusses deutlich steigen.
Die Lösung heißt Lastmanagement. Dabei wird die verfügbare Anschlussleistung überwacht und auf die angeschlossenen Verbraucher verteilt. Benötigt die Wärmepumpe gerade mehr Energie, kann die Wallbox ihre Ladeleistung automatisch reduzieren. Sinkt der Bedarf im Gebäude, steht dem Auto wieder mehr Leistung zur Verfügung.
Man unterscheidet dabei zwischen statischem und dynamischem Lastmanagement. Bei einer statischen Lösung wird eine festgelegte Leistungsgrenze eingehalten. Ein dynamisches System berücksichtigt dagegen den tatsächlichen Verbrauch im Gebäude und passt die Ladeleistung laufend an. Dafür benötigt es entsprechende Messwerte, beispielsweise über einen Energiezähler am Netzanschlusspunkt.
Das Prinzip lässt sich auch auf mehrere Wallboxen übertragen. Gerade in Mehrfamilienhäusern oder Firmenparkplätzen kann so die vorhandene Anschlussleistung auf mehrere Fahrzeuge verteilt werden, ohne dass jeder Ladepunkt dauerhaft seine maximale Leistung abruft.
Lastmanagement macht aus einem begrenzten Stromanschluss keine unbegrenzte Energiequelle. Es sorgt aber dafür, dass die vorhandene Leistung möglichst sinnvoll genutzt wird.
